Ad-Ware/Spy-WareDas anfänglich als Verknüpfung vieler Web-Server im guten Sinne gedachte Internet brachte gierige Menschen auf die Idee, hier schnelles Geld zu verdienen. Da dies auf dem normalen Wege (z.B. über Anzeigen) nicht schnell genug geht, mussten Methoden her, die unschuldige Benutzer mehr oder weniger über den Tisch ziehen sollten. Da sich das Internet aufgrund der großen Verbreitung schon immer als kostenlose Software-Börse anbot, wurden scheinbar nützliche kleine Programme geschrieben, die dem Anwender häufige Arbeiten auf komfortable Weise abnehmen sollten. Bis zu diesem Zeitpunkt war kostenlose Software auch frei von Haken und Ösen. Mit diesen kleinen Tools wurden dem heimischen PC aber unwissentlich weitere Funktionen untergeschoben, die den Rechner aushorchen und mit passenden Werbebotschaften versehen sollten. Anstatt also die gewünschte Seite im Internet anzuzeigen, bekam der Benutzer zunächst eine Werbenachricht auf den Bildschirm, und anschließend erst den gewünschten Inhalt. Übrigens wurde mit dem Internet-Hype um die Jahr 2000-Wende bereits die Idee realisiert, das reine Anschauen von Werbung zeitgesteuert zu vergüten. Klar, dass diese Idee sofort ausgenutzt wurde und schon bald Software kursierte, die das Anschauen der Werbung vollautomatisiert rund um die Uhr übernahm. Entsprechend schnell verschwanden diese Angebote wieder vom Markt.Ad-Ware Meistens wird das Anzeigen von Werbebannern im Hintergrund von Cookies mitgezählt. Cookies sind kleine, lokal auf dem PC des Benutzers abgespeicherte Textdateien, die einer Webseite erlauben, bereits bekannte Besucher wiederzuerkennen und dann entsprechend automatisiert zu reagieren. Die Idee hinter Cookies ist sehr praktisch, weil z.B. einmalig erteilte Zutrittsgenehmigungen zu Webseiten auf dem lokalen PC gespeichert werden können, oder Onlineshops die Liste an bestellten Produkten auf dem Rechner des Benutzers mitführen. Damit sparen Web-Server enorm Rechenzeit und Speicherplatz. Ad-Ware Cookies dagegen dienen unsichtbar dazu, von anonymen, aber einzeln zuordbaren Benutzern herauszufinden, von wo aus sie welche Werbebanner wie oft zu Gesicht bekommen. Diese Werbeinformationen sind für das weitere Marketing sehr wichtig, da diese kostenlos herausfinden, wo Werbung am effektivsten platziert werden kann. Bei der Annahme einer proportionalen Anklickrate läßt sich der Umsatz sehr gezielt steuern (Beispiel: bei 100 Benutzern, die die Anzeige gesehen haben, klicken 10-20 auf das Werbebanner, und von diesen wiederum bestellen 1-2 das Produkt).Unter Ad-Ware ist natürlich auch Software zu verstehen, die während der Arbeit am PC Werbebotschaften im eigenen Programmbereich (z.B. MSN Messenger) oder extra hierfür geöffneten Fenstern einblendet. Die Werbe-Inhalte werden online aus dem Internet nachgeladen. Unkontrollierte, aber dafür umso gezielter auf dem PC arbeitende Ad-Ware wird ironischerweise auch BAd-Ware (deutsch: "üble Ware") genannt. Jeder PC-Benutzer sollte sich vor der Installation unbekannter Tools genau überlegen, wo diese herkommen und was sie eigentlich bezwecken. Da viele PC-Benutzer ihre Erfahrungen in Internet-Foren diskutieren, kann eine kurze Suchmaschinen-Recherche in wenigen Minuten Klarheit über die Seriösität eines bis dahin unbekannten Software-Tools bringen. Spy-Ware Spy-Ware verhält sich im Gegensatz zu Ad-Ware sehr still und ist durch gezielte Passwort- und Datenspionage enorm gefährlich. Wurden anfänglich noch erfolgreich Modem- und ISDN-Zugangskennungen auf privaten PCs ausspioniert, um anschließend mit den gestohlenen Passwörtern auf Kosten von ahnungslosen Benutzern im Internet zu surfen, so werden heute gezielt und vermehrt eMails mit Spy-Ware an Firmenmitarbeiter geschickt, die diese Software unwissentlich installieren und damit professionelle Wirtschaftsspionage ermöglichen. Seit einigen Jahren gibt es kostenlose Software, die Ad-Ware, entsprechende Cookies, und bekannte Spy-Ware sehr effektiv findet und beseitigt. Ein empfehlenswertes und weit verbreitetes Programm für Windows ist "Ad-Aware" von Lavasoft (Download der kostenlosen Version 2007 nur über diverse Shareware-Server). Auch implementiert Microsoft seit der Version "Windows Vista" entsprechende Software von Haus aus. Wie immer steht natürlich die laufende Aktualisierung der Ad-Ware-Signaturen im direkten Zusammenhang zur Effektivität der Tools. Der beste Schutz gegen Ad-Ware ist aber immer ein umsichtiger Umgang mit dem Internet und die Kenntnis über die Praktiken derjeniger, die ihr schnelles Geld mit dem Internet verdienen möchten. Die in den Anfangszeiten der Datenfernübertragung gefürchteten "Hacker" waren nicht nur äußerst kreativ, sondern oftmals sehr geduldig. In den meisten Fällen wurden Passwörter durch reines Probieren ermittelt, und manchmal auch durch persönliche Kontakte zu unvorsichtigen Firmenangehörigen erfragt. Die in den 1980er Jahren "gehackten" Rechner wurden fast immer durch die für externe Mitarbeiter bereitgestellten DFÜ-Logins per langsamem Modem "betreten". Die mobil abrufbaren Firmendaten waren damals noch nicht - wie heute üblich - durch Firewalls vom Firmennetz getrennt. Deshalb gelang den findigen Hackern der Zutritt auf große Bereiche des Firmennetzwerkes. Obwohl auch heute noch Modem-Logins existieren, finden Angriffe praktisch nur noch über Internet-Verbindungen statt. Leistungsfähige Breitbandverbindungen und vollautomatisch per Script gesteuerte PCs sind heute in der Lage, einfache Passwörter in wenigen Minuten durch reines Ausprobieren zu knacken. Dies gilt im Übrigen auch für private eMail-Konten und Passwörter zum Zugriff auf die private Homepage.Passwörter sollten weder aus einem gebräuchlichen Wort, noch aus einem Namen (auch keine Haustiernamen) bestehen. Vielmehr bietet sich eine Kombination aus Buchstaben und Ziffern an, wenn möglich auch Sonderzeichen. Ist der betreffende PC allerdings mit Viren und Trojanern verseucht, dann hilft auch das allerbeste Passwort nichts: es wird einfach ausgelesen und dem Angreifer per Internet übermittelt. © 2006-2007 impact e.V. |
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