Singt und spielt dem Herrn!

 

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Inhalts- und Rechteverzeichnis des impact e.V. Liederbuchs "Singt und spielt dem Herrn!"
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Entstehungsgeschichte zu einigen Liedern

36 Alles Gottes Eigentum (This is my Father's World)
In diesem liebevollen Liedtext offenbarte Maltbie D. Babcock seine Bewunderung der Natur. Obwohl er als außergewöhnlicher presbytianischer Verkündiger seiner Generation bekannt war, kannte man ihn auch als begabten Athleten, der alle Arten von Aktivitäten in der freien Natur liebte - besonders seinen Frühsport. Gewöhnlich rechtfertigte Dr.Babcock seine Liebe zur Natur mit dem Satz "Ich gehe nach draußen, um mir die Schöpfung meines Vaters anzuschauen". Da Dr. Babcock ein vollendeter Musiker an der Orgel, dem Klavier und der Violine war, wird klar, warum ihm die Natur als "Musik aller Sphären" erschien. Zusätzlich ist dieses Lied als Tribut an die Natur ein triumphaler Hinweis auf die unfehlbare Kraft Gottes und die Gewissheit der letztendlichen Herrschaft Christi - "wo Himmel und Erde eins werden".

104 Auf, denn die Nacht wird kommen (Work, for the night is coming)
Für Christen ist jede Beschäftigung heilig, wenn sie zur Ehre Gottes getan wird. Was aus Gottes Sicht zählt, ist nicht nur unsere momentane Arbeit, sondern die Einstellung, mit der wir sie tun. Es gibt eine Geschichte von drei Männern, die gemeinsam an einem großen Kirchengebäude an ähnlichen Tätigkeiten arbeiteten. Als sie gefragte wurden, was sie denn da tun, antwortete der Erste: "Ich rühre den Mörtel an." Der Zweite antwortete: "Ich helfe beim Aufrichten dieser großen Steinmauer." Der Dritte: "Ich baue eine Kathedrale zur Ehre Gottes." Die richtige Einstellung macht den Unterschied.
Dieses Lied, das die Freude und Würde der Arbeit, insbesondere des christlichen Dienens betont, wurde 1854 von einem 18-jährigen kanadischen Mädchen geschrieben, Annie Louise Walker (Annie heiratete 1883 den wohlhabenden Kaufmann Harry Coghill).

41 Bleibend ist Deine Treu' (Great is Thy faithfulness)
Während viele heute noch gesungene geistliche Lieder nach einzigartigen dramatischen Erlebnissen geschrieben wurden, entstand dieses Lied als einfaches Ergebnis der allmorgendlichen Erfahrung von Gottes Treue im täglichen Leben. Thomas Obediah Cisholm wurde in einer simplen Hütte in Franklin/Kentucky (USA) geboren. Trotz dieses demütigen Starts und ohne den Genuß einer höheren Schulbildung begann er im Alter von 16 Jahren seine Karriere als Lehrer in derselben Grundschule, in der er selber seine einfache Ausbildung erhielt. Nachdem er Christus als seinen Retter annahm, wurde er Herausgeber einer christlichen Zeitschrift und später Pfarrer einer methodistischen Gemeinde. Während seines langen Lebens schrieb Cisholm mehr als 1.200 geistliche Gedichte, von denen viele zu bekannten Liedtexten wurden.

18: Du großer Gott (How great Thou art!)
Der Originaltext dieses Liedes wurde vom schwedischen Pastor Carl Boberg in 1886 geschrieben. Während des Besuches eines wunderschönen Landsitzes wurde Boberg von einem plötzlichen Gewitter überrascht. Das mächtige Blitzen und Donnern wich schnell dem herrlich klaren Sonnenschein und beruhigenden Zwitschern der Vögel in den Bäumen. Als er dabei in Ehrfurcht und Anbetung vor dem Allmächtigen Gott auf die Knie fiel, notierte sich der Pastor neun Strophen des Lobpreises. Schwedische Gemeindeversammlungen begannen daraufhin, seine Zeilen nach der Melodie eines ihrer alten Volkslieder zu singen. Später wurde der Text ins Deutsch, Russische und Englische übersetzt.

60 Er lebt (He lives)
"Warum sollte ich einen toten Juden anbeten?" Diese herausfordernde Frage wurde 1933 von einem ernsthaften jungen jüdischen Studenten gestellt, der evangelistische Versammlungen des Autors und Komponisten dieses Liedes, Alfred H. Ackley, besucht hatte. In seinem Buch "Forty Gospel Hymn Stories" gibt George W. Sanvill die Antwort von Ackley wieder, die unmittelbar darauf zum Schreiben des bekannten Liedes führte:
"Er lebt! I sage Dir, Er ist nicht tot, sondern lebt hier und jetzt! Jesus Christus ist heute lebendiger als je zuvor. Ich kann es mit meiner eigenen Erfahrung genauso belegen wie unzählige andere."

66 Erlöst bin ich (Redeemed)
Das Wort "erlöst" deutet den Gedanken an einen Sklaven an, der bei seiner Versteigerung an den Meistbietenden angeboten wird (2.Mo.21:6 und 5.Mo.15:17). Zuletzt wird der Preis von einem mitleidigen neuen Eigentümer bezahlt, der dem Sklaven dann die bedingungslose Freiheit gibt. Aber der befreite Sklave bietet sich aus Dankbarkeit gegenüber seinem neuen Eigentümer als liebender Diener für den Rest seines Lebens an.
Die Menschheit wurde durch die Sünde von Gott getrennt und wurde zum Sklaven Satans. Aber die Menschheit wurde erlöst. Weil Christus das Lösegeld bezahlt hat, das wir der göttlichen Rechtssprechung schulden, wurden wir von den Fesseln der Sünde und von Gottes ewigem Zorn befreit. Aus Dankbarkeit für diese Erlösung hängen wir an uns an unseren neuen Meister und entschließen uns fortan, Ihm ewig zu dienen. Die Erkenntnis der Erlösung führt bei den Erlösten dazu, immer wieder zu singen "Erlöst bin ich, darf es wohl rühmen, erlöst durch des Heilandes Blut..."

124 Fest und treu (Dare to be a Daniel)
Das Buch Daniel ist wahrhaftig ein Anleitungsbuch und ein Beispiel dafür, wie Gottes Volk mit schwierigen Umständen umgehen und diese siegreich überwinden kann. So wie die Juden damals in babylonischer Gefangenschaft lebten, so sind die heutigen Christen Pilger und Gäste in einer fremden Kultur. Wie Daniel und seine Freunde müssen wir unseren eigenen Glauben nach Gottes Plan und Führung für unser Leben trainieren. Auch müssen wir uns im Voraus dazu entschließen, nicht von der Welt besudelt zu werden. Und ob unser Gott uns aus dem brennenden Feuerofen errettet oder auch nicht, so bleiben wir Ihm doch treu. (Dan.3,17-18)

129 Ich brauch' Dich allezeit (I need Thee every hour)
Die Autorin Annie S. Hawks hinterließ die folgende Erzählung über die Entstehung ihres Gedichtes in 1872:
Als junge Ehefrau und Mutter von 37 Jahren war ich mit meinen alltäglichen Aufgaben als Hausfrau beschäftigt. Eines Tages wurde ich plötzlich mit dem Gefühl der Nähe meines Herrn erfüllt und wunderte mich darüber, wie Menschen jemals ohne Ihn leben können, sei es in Freude oder Pein. Dabei kamen mir die Worte des Gedichtes in den Sinn, die Gedanken nahmen mich gefangen.
Sechzehn Jahre später erlebte Mrs. Hawks den Tod ihres Mannes mit. Jahre später schrieb sie:
Ich konnte zuerst nicht verstehen, warum dieses Lied das klopfende Herz der Menschheit so berührt hat. Aber nicht viel später fiel der Schatten über meinen Lebensweg, der Schatten eines großen Verlustes, durch den ich ein wenig die tröstende Kraft in den Worten verstehen konnte, die ich in einer Stunde der Gelassenheit und des Friedens an andere weitergegeben habe.
Wie bei Annie Hawks ist es sehr wichtig, dass wir in friedvollen Stunden ein kräftiges geistliches Leben aufbauen, um für kommende Schwierigkeiten siegreich gerüstet zu sein.

162 Ist dein Herz von Sünde beschwert? (Burdens are lifted at Calvary)
John M. Moore schrieb dieses Lied 1952 während seines Dienstes als Assistent des Superintendenten der Seaman's Chapel in Glasgow, Schottland:
"Für dich starb Jesus auf Golgatha" schrieb ich nach einem äußerst interessanten Erlebnis. Die Sekretärin einer großen Spedition rief bei der Seaman's Chapel an und bat darum, dass ich einen jungen Matrosen der Handelsmarine besuchen sollte, der in kritischem Zustand im Glasgow Hospital lag. Nachdem ich die Erlaubnis der Stationssschwester erhalten hatte, betrat ich das Zimmer des jungen Seemannes. Ich redete ein paar Momente und streckte meine Hand dann in meine Schachtel, um ein Traktat herauszuholen - ohne aber zu wissen, welches ich wohl ergreifen würde. So erwischte ich ein Traktat zur "Pilgerreise", mit einem farbigen Bild des Pilgers, der mit einer schweren Last auf seinem Rücken zum Kreuz kam. Ich zeigte dem jungen Seemann dieses Bild und erzählte ihm die Geschichte in aller Kürze - und fügte hinzu, dass die Erfahrung des Pilgers auch meine Erfahrung war. Ich erklärte, wie ich zum Kreuz von Christus kam und meine Bürde hinweg gerollt, und meine Gedanken der Sünde und Schuld vor Gott entfernt wurden. Er nickte mit seinem Kopf als ich ihn fragte: "Fühlst Du heute auch diese Last auf deinem Rücken?" Wir beteten zusammen und ich werde nie das Lächeln des Friedens und der Gewissheit vergessen, das in seinem Gesicht aufleuchtete, als er sagte, dass sein Bürde nun hinweggenommen war!
Später in dieser Nacht, als ich mit Papier und Stift am Feuer saß, konnte ich diesen Gedanken nicht aus meinem Kopf bekommen - seine Last wurde hinweggenommen! Ich begann zu schreiben und hatte in keinem Moment auch nur daran gedacht, dass dieses kleine Lied zu einem Lieblingslied in der ganzen Welt werden sollte. Seit dieser Zeit höre ich von Menschen aus der ganzen Welt, wie sie durch dieses Lied gesegnet und errettet werden.

72 Ist's wirklich wahr? (And can it be that I should gain?)
Obwohl er eine streng religiöse Erziehung in seiner Jugend, ein Studium an der Oxford University und Missionsdienst in Georgia durchlebte, hatte Charles Wesley keinen Frieden oder Freude in seinem Herzen und Leben. Nach einer entmutigenden Zeit in Amerika kam er nach London zurück und traf dort auf eine Gruppe der Herrnhuter Brüdergemeinden. Dort erkannte er, dass die "Erlösung alleine durch den Glauben" kommt.
In diesem freudigen Enthusiasmus begann Charles, mit noch stärkerem Eifer neue geistliche Lieder zu schreiben. Er reiste mit seinem älteren Bruder John eine Viertelmillion Meilen meistens auf dem Pferderücken durch Großbritannien, um seine Lieder in Gottesdiensten im Freien mit 40.000 Menschen zu singen.
Mit jeder neuen geistlichen Erfahrung oder jedem Gedanken, der durch Charles Kopf ging, wurde ein neues Lied geboren. Es wird erzählt, dass er seiner Frau sogar noch auf seinem Sterbebett ein letztes Lied des Lobpreises an den Gott diktiert hat, den er so inniglich geliebt und dem er so effektiv gedient hat.

88 Jesus ist alles, alles mir (Jesus is all the world in me)
164 Leise und inniglich (Softly and tenderly Jesus is calling)

Will Thompson hat viele Lieder komponiert. Zwei seiner sehr bekannten Lieder sind "Jesus ist alles, alles mir" und "Leise und inniglich mahnet der Heiland".
Es wird eine Geschichte erzählt, in der Will Thompson einen Besuch am Bett von D.L.Moody machte, als der berühmte Evangelist im Sterben lag. Alle Besuche waren gestoppt, aber als Moody hörte, wie Thompson nach ihm rief, bestand er darauf, ihn zu sehen. "Will", sagte Moody, "anstelle all der anderen Dinge, die ich in meinem Leben zu tun in der Lage gewesen war, hätte ich 'Leise und inniglich mahnet der Heiland' schreiben müssen!" Bald darauf betrat der bekannte Evangelist Jesu ewige Ruhestätte mit den Worten der Einladung auf seinen Lippen, die so oft in seinen evangelistischen Einsätzen zu hören waren: "Komm heim, komm heim, Seele vernimm es, komm heim! Horch wie dein Heiland dich flehentlich rufet! Gib Ihm dein Herze, komm heim.'"

6: Lobe den Herren (Praise to the Lord, the Almighty)
Joachim Neander wurde am 31.Mai 1650 in Bremen geboren. Er schrieb annähernd 60 geistliche Lieder und komponierte zahlreiche Melodien. Fast alle seine Texte sind ein triumphierender Ausdruck des Lobpreises Gottes. Obwohl er bei seinem Tod erst 30 Jahre alt war, wirkte er zu Lebzeiten als bekannter Gelehrter der Theologie, Literatur und Musik, und als Pastor der Reformierten Kirche in Düsseldorf.

120 Mein Glaube fest sich bauen kann (My hope is built)
Edward Mote wurde am 21.Januar 1797 in London geboren. Seine Leben war weit von dem eines Christen entfernt. Als Junge hatte er kein Interesse an christlichen Werten. Er war gegenüber geistlichen Dingen so uninteressiert, dass er noch nicht einmal wusste, dass es einen Gott gibt. Seine Eltern, Pförtner eines öffentlichen Gebäudes, sandten ihren Sohn in eine Schule, in der "keine Bibel erlaubt war". Sonntags spielte er mit anderen missratenen Jungs aus der Nachbarschaft auf der Straße, ohne dabei einen Gedanken an den Gottesdienst zu verlieren.
Als Edward eine Tischler-Lehre begann, entdeckte er erstaunt, dass er regelmäßig zur Kirche ging. Der Grund hierfür ist nicht bekannt. 1813, im Alter von 16 Jahren, hörte Edward den bekannten Pfarrer John Hyatt in der Tottenham Court Road Chapel. Die Predigt ließ ihn "über seinen Lebenswandel nachdenken". Zwei Jahre später nahm er Christus in sein Leben auf.
Der Refrain und die erste Strophe dieses Liedes kamen ihm auf dem Weg zu seiner Arbeit. Er erzählt: "Ich habe über die 'gütige Erfahrung eines Christen' nachgedacht. Schon kurz darauf fiel mir der Refrain und dann auch die erste Strophe dazu ein. Am folgenden Sonntag, als ich aus der Lisle Street Versammlung kam, lud mich Bruder King nach Hause ein, wo ich versuchen sollte, seine ernsthaft erkrankte Frau zu ermutigen. Nach meinem vorgezogenen Nachmittagstee ging ich zu den King's. Mr.King sagte: 'bevor ich jemanden besuche, singe ich immer ein Lied, lese in der Bibel und bete. Machst du mit?'. Vergeblich suchte er nach einem Liederbuch. Ich sagte 'ich habe ein paar Verse in meiner Tasche, Bruder King. Wenn du möchtest, dann können wir ja diese singen.' Das Herz von Mrs.King reagierte freudig auf die Worte, und Mr.King fragte mich, ob ich ihr eine Kopie lassen könnte. Zuhause saß ich dann am Kamin und dachte über Mrs.King's Reaktion zu diesem Lied nach; und schon bald war das ganze Lied in meinen Gedanken fertig. Ich brachte die Worte zu Papier und machte auch eine neue Kopie für Mrs.King. Später kam mir der Gedanke, dass wenn die Verse die Bedürfnisse dieser sterbenden Frau trafen, sie vielleicht auch jemand anderem helfen könnten. Deshalb ließ ich 1.000 Blätter zur Verteilung davon drucken."

58 Mein Heiland ruft mir zu (Jesus paid it All)
Elvina Hall notierte den Text dieses Liedes an einem Sonntag vormittag im Jahre 1874, während sie auf der Chorbühne der Monument Street Methodist Church in Baltimore/Maryland (USA) saß. Eigentlich hätte sie dabei der Predigt ihres Pastors zuhören sollen. Das einzige Stück Papier, das sie damals finden konnte, war das Liedblatt des damaligen Chorliedes. Deshalb notierte sie den Text darauf. Nachdem sie sich bei ihrem Pastor dafür entschuldigt hatte, erinnerte sich dieser daran, dass ihm der Organist der Gemeinde erst vor kurzem die Melodie seines neu komponierten Liedes mit dem Titel "All to Christ I owe" überreicht hatte. Zur allgemeinen Verwunderung wurde kurz darauf festgestellt, dass die Melodie des neuen Liedes perfekt zum Text von Elvina Hall passte.

154 Mit meinen Sorgen eil' ich zu Jesus (I must tell Jesus)
Pastor Elisha A. Hoffman, Autor und Komponist von mehr als 2.000 geistlichen Liedern, erzählt die folgende Geschichte, die er beim Schreiben dieses beliebten Liedes erlebt hat:
In der Zeit meines Pastorats in Lebanon, Pennsylvania (USA) gab es eine Frau, der Gott die Heimsuchung vieler Sorgen und Beschwerden zuließ. Als ich sie eines Tages besuchte, war sie sehr entmutigt. Sie entlud ihr Herz und schloß mit der Frage: "Bruder Hoffman, was soll ich tun? Was soll ich tun?" Ich zitierte aus dem Wort Gottes und fügte hinzu: "Du kannst nichts besseres machen, als alle deine Sorgen auf Jesus zu werfen. Ihm musst es sagen."
Für einen Moment schien sie in Gedanken verloren. Dann leuchteten ihre Augen als sie rief: "Ja, Ihm muss ich es sagen."
Als ich sie verließ hatte ich eine Vision dieses freudestrahlenden Gesichts ... und ich hörte den ganzen Weg lang das Echo "Ihm muss ich es sagen ... Ihm muss ich es sagen."
Pastor Hoffman schrieb diese Worte zügig auf und fand auch bald die passende Melodie dazu.

106 Näher, noch näher (Nearer, still nearer)
Christus hat während Seines Dienstes auf der Erde vier Gruppen von Menschen unterrichtet. Da war die Menschenmenge, die Ihm in einiger Entfernung folgte. Sie war nur daran interessiert, was Christus alles tun konnte. Sie waren Zuschauer des Erlösers. Eine zweite Gruppe bestand aus den 120, die sich an Pfingsten im Obersaal versammelt hatten. Sie waren Christus viel näher. Sie nahmen teil an Christi Leiden und Seiner Kreuzigung. Die Apostel bildeten die dritte Gruppe. Sie wurden persönlich von Christus unterrichtet. In Joh.15,15 bezeichnete Christus sie als Seine Freunde, weil Er ihnen alles lehrte, was der Vater unter ihnen offenbarte. Innerhalb dieses kleinen Jüngerkreises gab es eine noch engere Gruppe. Petrus, Jakobus und Johannes erfreuten sich an der engsten Beziehung zu Christus. Ihnen offenbarte Christus sowohl Seine Verherrlichung auf dem Berg der Verklärung, als auch Seine Todesängste im Garten von Gethsemane.
Im christlichen Herzen und Leben gibt es einen wechselnden Grad der Nähe in der Beziehung zu Christus, dem Erretter. Wenn wir uns nahe an die Schrift halten und ihr in unserem Leben einen Platz einräumen, dann wird die Gemeinschaft mit unserem Herrn immer süßlicher, unsere Hingabe immer unabhängiger von unserer hartnäckigen Sünde. Indem wir uns Ihm nähern, nähert Er sich uns. Unser tägliches geistliches Wachstum steht in direkter Abhängigkeit zu dieser Wahrheit.
Die Autorin und Komponistin dieses Liedes, Leila Morris, war im späten 19. und frühen 20.Jahrhundert tätig, als die Zeltmission in den USA aufkam. Sie schrieb über 1.000 geistliche Lieder, und dies selbst dann noch, als sie erblindete. "Näher, noch näher" wurde 1898 veröffentlicht.

93 Nimm du mich ganz hin (Have Thine own way, Lord)
An einem Gebetsabend im Jahre 1907 betete eine ältere Dame: "Es spielt keine Rolle, was Du mit uns machst, HERR, führe unser Leben einfach ganz nach Deinem Willen". Bei dieser Versammlung war auch Adelaide Pollard anwesend, eine damals ziemlich bekannte umherziehende Bibellehrerin, die tief enttäuscht war, weil sie es nicht schaffte, das nötige Geld für ihre erhoffte Afrika-Missionsreise zu sammeln. Das ernsthafte und zielstrebige Gebetsanliegen der älteren Dame bewegte sie sehr. Zuhause las Adelaide Pollard die Verse aus Jeremia 18,3-4:
"Und ich ging in das Haus des Töpfers hinab, und siehe, er war gerade mit einer Arbeit auf der Scheibe beschäftigt. Und das Gefäß, das er aus dem Ton machte, mißriet in der Hand des Töpfers. Und er machte wieder ein anderes Gefäß daraus, wie es in den Augen des Töpfers recht war zu tun."
Noch bevor sie ins Bett ging, hatte Adelaide alle vier Strophen unseres Liedes so niedergeschreiben, wie sie heute noch gesungen werden.

44 Sein Nam' heißt "Wunderbar" (His name is Wonderful)
Audrey Mieir besuchte in 1959 die jährliche Weihnachtsaufführung der Bethel Union Church in Duarte/California (USA). Gerade als die bekannte Prozession der Engel, Schafe, Maria und Joseph, sowie das Lied "Schlaf in himmlicher Ruh" vorüber waren, rief der Pastor plötzlich laut "Sein Nam' ist wunderbar". Audrey Mieir erzählt, dass sie schnell ihre Bibel nahm und in der Konkordanz nach den Namen suchte, mit denen Jesus in der Schrift bezeichnet wird. Zügig komponierte sie das Lied, das bald darauf in aller Welt gesungen werden sollte.

83 Seligstes Wissen (Blessed assurance)
Einige Menschen behaupten, sie hätten Christus als ihren Erretter angenommen, und doch leben sie in der tragischen Unsicherheit des Zweifels an einer persönlichen Beziehung mit Gott. Die Schrift lehrt uns, dass wir mit absoluter Gewissheit wissen können, ob wir Gottes Leben in uns haben (1.Joh.5:13). Diese Gewissheit basiert nicht auf inneren Gefühlen oder äußeren Kennzeichen. Viel mehr gründet diese Sicherheit auf den Zusagen eines treuen Gottes und Seines inspirierten Wortes. Es hängt nicht von der Größe unseres Glaubens ab, sondern vom Ziel unseres Glaubens - von Christus persönlich.
Obwohl Fanny Crosby in Alter von sechs Wochen durch unsachgemäße medizinische Behandlung erblindet ist, schrieb sie mehr als 8.000 geistliche Liedtexte in ihrem 95-jährigen Leben.

102 So, wie ich bin (Just as I am)
Das Lied wurde von von einer bettlägrigen Kranken geschrieben, die sich bis auf den Ausdruck ihrer Gefühle der Anbetung Gottes unfähig für jegliche Art von Dingen vorkam. Und doch haben die einfachen Worte von Charlotte Elliott mehr Menschen zu Christus geführt, als jedes andere geistliche Lied oder vielleicht auch jede bisher verkündigte Predigt.
In Brighton, England, war Charlotte Elliott in jungen Jahren als die "unbekümmerte Charlotte" bekannt. Sie war eine bekannte Portrait-Künstlerin und Schreiber von humorvollen Texten. Im Alter von 30 Jahren machte sie ein ernsthaftes Leiden zum lebenslangen Invaliden. Sie wurde immer teilnahmsloser und depressiver, bis ein bekannter Schweizer Evangelist, Dr. Cäsar Malan, sie besuchte. Als er ihr geistliches Elend spürte, rief er: "Charlotte, du musst so, wie du bist - als Sünder - zu Gottes Lamm kommen, das die Sünde der Welt wegnimmt!" In diesem Moment legte sie ihr ganzes Vertrauen in den erlösenden Opfertod Christi und erfuhr trotz ihrer körperlichen Beschwerden inneren Frieden und eine Freude, die bis zu ihrem Tod im Alter von 82 Jahren anhielt.

145 Wenn Friede mit Gott (It is well with my soul)
Als erfolgreicher Anwalt in Chicago wusste Horatio Spafford von friedlichen und glücklichen Tagen. Er war der Vater von vier Töchtern, ein aktives Mitglied der presbyterianischen Kirche, ein loyaler Freund und Unterstützer von D.L.Moody und anderen evangelikalen Führern seiner Zeit. 1871 begann mit dem großen Standtbrand in Chicago eine Serie des Unheils, als zunächst die beträchtlichen Immobilienanlagen der Familie einfach weggewischt wurden. Als Mr.Moody und seine Musikmitarbeiterin Ira Sankey für eine evangelistische Kampagne von USA nach Großbritannien fuhren, entschied sich Spafford, das Gemüt seiner Familie etwas zu heben, indem er ihnen einen Urlaub nach Europa spendieren wollte. Auch plante er, dort den Moody-Sankey Versammlungen beizustehen.
Im November 1873 wurde Spafford durch ein dringendes Geschäft aufgehalten, aber er sandte seine Frau und seine vier Töchter wie geplant mit der S.S.Ville du Harve los, um ihnen so bald wie möglich zu folgen. Auf halber Strecke wurde das Schiff im Atlantik von einem englischen Motorschiff angefahren und sank innerhalb von 12 Minuten. Alle vier Spafford Töchter - Tanetta, Maggie, Annie und Bessie - waren unter den 226 Ertrunkenen. Mrs.Spafford war unter den wenigen, die wie durch ein Wunder gerettet wurden.
Horatio Spafford stand stundenlang an Deck des Schiffs, dass ihn zu seiner besorgten Frau nach Cardiff, Wales bringen sollte. Als das Schiff die ungefähre Stelle passierte, wo seine geliebten Töchter ertrunken waren, empfing Spafford anhaltenden Trost von Gott, der es ihm das Schreiben des Textes ermöglichte: "ob Stürme auch drohen von fern ... mir ist wohl in dem Herrn."

171 Wenn nach der Erde Leid (O that will be Glory)
Der Text zu "Das wird allein Herrlichkeit sein" wurde von Ed Card angeregt, einem freudestrahlenden Gläubigen, der immer vor lauter Freude über den Herrn überzusprudeln drohte. Während einer Predigt oder eines Gebets explodierte er oft laut heraus und rief "Glory! - Herrlichkeit!" (tatsächlich gibt es ein biblisches Beispiel hierfür, siehe Ps.29,9). Ed Card's lächelndes Gesicht brachte ihm den Spitznamen "Old Glory Face" ein. Es war seine Angewohnheit, sein eigenes Gebet mit einem Hinweis auf den Himmel und den Worten zu schließen "das wird eine Herrlichkeit für mich sein!"

126 Wenn wir wandeln im Herrn (Trust and obey)
1886 leitete Daniel B. Towner, Musikdirektor am Moody Bible Institute, die Lieder währed der Predigtreihe des Evangelisten D.L.Moody in Brockton, Massachusetts (USA). Ein junger Mann erhob sich, um Zeugnis zu geben und sagte dann: "Ich weiß es nicht genau - aber ich lerne zu folgen und zu trau'n". Mr.Towner notierte sich diese Aussage und gab sie weiter an J.H.Sammis, einen presbyterianischen Pfarrer und späteren Lehrer am Moody Institute, der daraus dann die vorliegenden fünf Verse schrieb.
Die Erlösung liegt in Gottes Verantwortung. Unsere Verantwortung ist es, an die Erlösung zu glauben und dann ihren Wahrheiten zu gehorchen. "Folgen und trau'n" zeigt eine ausgeglichene Sicht des Vertrauens eines Gläubigen in das erlösende Werk Christi, und erzählt von dem daraus folgenden Verlangen, Ihm zu gehorchen und Seinen Willen im täglichen Leben zu tun. Dann, und nur dann erfahren wir wahren Frieden und Freude.

61 Wunder der Gnade Jesu (Wonderful Grace of Jesus)
"Wunder der Gnade Jesu" ist eines der beeindruckendsten Lieder unserer Liederbücher. Es wird seit der Komposition von Haldor Lillenas 1918 sowohl von Chören als auch Gemeindeversammlungen ausführlichst genutzt. Geboren in Norwegen, kam Lillenas als Kind in die USA. Später heiratete er Bertha Mae Wilson, die auch Liedschreiberin war. Zusammen reisten sie gerne im Land umher, wo sie ihre Lieder an viele Musikleiter - darunter Charles Alexander - verteilten. Dieser fand das Lied unter den gut 4.000 anderen ebenfalls von Lillenas geschriebenen Liedern als besonders gut geeignet für große Chöre in den Erweckungspredigten der Anfänge des letzten Jahrhunderts. Seitdem hat das Lied nichts an seiner Bekanntheit verloren. Die Erinnerung an Christi "unvergleichlich wunderbare Gnade", wahrhaftig "tiefer als das Meer, das wogt mit Macht" und "höher als die Berge" bewegt uns jedesmal, wenn wir es singen.

Quelle: Kenneth W. Osbeck, "Amazing Grace: 366 Hymn Stories for Personal Devotions" (1990)


Hinweis: Titel in Normalschrift entsprechen dem Text der ersten Strophe, Titel in Kursivschrift dem Text des Refrains.

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Letzte Aktualisierung: 20.06.2010